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Pi-hole – Werbung und Tracker blockieren
Nicht jedes Gerät hat einen Browser mit AdBlocker. Pi-hole setzt früher an: direkt auf DNS-Ebene, für das gesamte Netzwerk – SmartTV, Spielekonsole, Smartphone, alles auf einmal.
Was ist Pi-hole?
Pi-hole ist ein DNS-Sinkhole: ein Dienst, der im lokalen Netzwerk als DNS-Server arbeitet und bekannte Werbe- und Tracking-Domains einfach nicht auflöst. Statt der Werbe-IP antwortet Pi-hole mit einer leeren Antwort – der Browser lädt gar nichts, weil er die Adresse des Werbeservers nie erfährt.
Das Entscheidende: Pi-hole wirkt auf Netzwerkebene, nicht pro Gerät. SmartTVs, Spielekonsolen, IoT-Geräte, Smartphones – alles profitiert automatisch, ohne dass auf jedem Gerät etwas installiert wird.
Wie DNS-Blocking funktioniert
Ohne Pi-hole:
Gerät → Router (DNS) → Cloudflare/Google → Werbeserver-IP → Werbung lädt
Mit Pi-hole:
Gerät → Pi-hole (DNS) → "ads.example.com? → NXDOMAIN"
↓
Werbung lädt nicht / leeres Element
Pi-hole pflegt Blocklisten mit bekannten Werbe- und Tracker-Domains – typischerweise 100.000–500.000 Einträge. Im Betrieb werden bei den meisten Heimnetzwerken 20–40 % aller DNS-Anfragen geblockt.
Was wird geblockt?
- Werbeanzeigen auf Webseiten und in Apps
- Tracking-Pixel und Analytics-Dienste
- SmartTV-Telemetrie (Samsung, LG, Sony melden viel nach Hause)
- In-App-Werbung auf Android und iOS
- Telemetrie-Aufrufe von Windows und anderen Betriebssystemen
- Malware- und Phishing-Domains – bekannte Schaddomain-Listen werden automatisch aktualisiert
- Kryptomining-Skripte im Browser
Jugendschutz und Social-Media-Blocking
Pi-hole eignet sich auch als einfache Jugendschutzlösung für das Heimnetz. Über zusätzliche Blocklisten lassen sich ganze Kategorien sperren:
- Soziale Medien – TikTok, Instagram, Snapchat, X (Twitter) für bestimmte Geräte oder Uhrzeiten blockierbar
- Jugendschutz – kuratierte Listen für Erwachseneninhalte, Glücksspiel, Drogen
- Zeitfenster – in Kombination mit einem Skript (Cron-Job) lassen sich Domains zu bestimmten Zeiten aktivieren und deaktivieren, z.B. Social Media nach 21 Uhr gesperrt
- Gerätebasiert – über die IP-Adresse eines Geräts lassen sich unterschiedliche Regeln für Kinder- und Erwachsenengeräte definieren (mit Pi-hole v6 noch komfortabler über Gruppen)
Was nicht geblockt wird: YouTube-Werbung (direkt im Videostream eingebettet, kein separater DNS-Aufruf) und gesponserte Google-Suchergebnisse. Apps oder Dienste, die DNS-over-HTTPS (DoH) direkt im Client nutzen, umgehen Pi-hole ebenfalls – das lässt sich aber mit einer passenden Firewall-Regel abfangen.
Einrichtung: Raspberry Pi oder LXC-Container
Pi-hole läuft auf nahezu jeder Linux-Hardware. Zwei bewährte Setups:
Option A – Raspberry Pi: Ein Raspberry Pi Zero 2 W (ca. 18 €) oder ein alter Pi 2/3/4 – Pi-hole braucht kaum Ressourcen. Das offizielle Installationsskript richtet alles in wenigen Minuten ein:
curl -sSL https://install.pi-hole.net | bash
Option B – LXC-Container auf Proxmox: Pi-hole als leichtgewichtiger Container neben anderen Diensten. Kein extra Gerät nötig, Backup über Proxmox Backup Server inklusive.
FritzBox-Integration
Die einfachste Methode: In der FRITZ!Box unter Heimnetz → Netzwerk → DNS-Rebind-Schutz und DHCP-Server die IP des Pi-hole als primären DNS-Server eintragen. Ab sofort bekommt jedes Gerät im Netzwerk automatisch Pi-hole als DNS zugewiesen.
Damit Pi-hole auch lokale Gerätenamen auflösen kann (z.B. fritzbox.fritz.box), aktiviert man Conditional Forwarding: Anfragen für das lokale Subnetz leitet Pi-hole an die FRITZ!Box weiter.
Admin-Oberfläche und Statistiken
Pi-hole bringt eine übersichtliche Web-Oberfläche mit: Live-Statistiken, Blocklisten-Verwaltung, Whitelist für versehentlich geblockte Dienste und eine Query-Log-Ansicht, die zeigt, welche Geräte welche Domains aufrufen. Für Datenschutzbewusste lässt sich das Logging vollständig deaktivieren.
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